Die Präzisionssportarten tischbillard und Snooker sind gerade äußerst beliebt. Im Fernsehen sieht man beispielsweise zunehmend Ausstrahlungen von renommierten Turnieren, bei denen zuweilen sehr hohe Prämien auf den besten Spieler ausgelobt sind. Manch ein Spieler genießt unter seinesgleichen ein hohes Prestige dank seiner ausgezeichneten Spieltechnik; besonders gute Spieler gelten in Ländern, in denen Billard als “Gentlemen’s Sport” einen beachtlichen gesellschaftlichen Stellenwert besitzt, zum Teil sogar als Nationalhelden.
Aber Billard ist nicht nur etwas für Profis. So gibt es in zahlreichen größeren Städten Billard-Cafés, wo man gegen Mietgebühr mit gestellten Queues und Kugeln an den Billardtischen des Cafés spielen kann, und manche Sportfachgeschäfte bieten die benötigte Ausrüstung in ihrem regulären Sortiment. Aber Billard ist nicht gleich Billard: Viele Leute kennen zwar die Begriffe Snooker, Pool, Carambolage etc., kennen aber nicht den Unterschied zum regulären Billard.
Pool – also das “Standard-Billard” – hat verschiedene DisziplinenBeispielsweise kann den Spielern eine Reihenfolge vorgeschrieben werden, in der die Kugeln eingelocht werden müssen. Hierbei sind die Queues gleichmäßig dick, und es gibt von jeder vorhandenen Kugelfarbe sowohl “volle”, also vollständig gefärbte, als auch “halbe” Kugeln, die lediglich zur Hälfte farbig sind.
Dies ist beim billardtische unterschiedlich, es gibt nämlich nur eine Art von Snooker. Hier verschmälern sich die Queues zur Spitze hin, und alle Kugeln sind komplett farbig. Das Spielziel besteht darin, möglichst viele Punkte durch Einlochen der farbigen Kugeln zu erzielen. Hierbei bringt jede Farbe unterschiedlich viele Punkte; es müssen immer abwechselnd ein roter und ein andersfarbiger Ball eingelocht werden. Zudem kann ein Spieler Punkte erzielen, indem er seinen Gegenspieler durch geschicktes Platzieren der weißen Kugel zu einem Foul zwingt, was “Snookern” genannt wird. Diese Taktik gibt es auch beim Pool, jedoch hat sie hier nicht den Sinn, Punkte zu erzielen, sondern vielmehr dem Gegenspieler einen Spielzug zu “stehlen”: Berührt dieser aus Versehen eine farbige Kugel vor der Spielkugel oder ist nicht in der Lage, eine Kugel zu versenken, ist sein Spielzug beendet.
Beiden Spielarten gemeinsam ist die grundsätzliche Art des Spielens: die Kugeln werden nicht etwa unmittelbar stößt, sondern durch eine Spielkugel gestoßen, die mit einem speziellen Stock, dem sogenannten Queue angestoßen wird.
Doch auch Leute, die für dieses Spiel ausgeben wollen, indem sie beispielsweise einen Billardtisch kaufen oder Mietgebühren in einem Billardcafé bezahlen, müssen nicht auf Billard verzichten: Wer Zugang zum Internet hat, kann wenigstens virtuelles Billard spielen, das mit der Maus gespielt wird. Hierzu gibt es zahlreiche Angebote im Netz, das Spiel gilt schon fast als ein Klassiker unter den virtuellen Spielen.
Insgesamt wird deutlich, wie diese Präzisionssportart sowie ihre zahlreichen unterschiedlichen Arten in Mode sind. Zwar handelt es sich hierbei gewissermaßen immer noch um eine Art Nischensport – derzeit sind etwa 4000 Mitglieder im Verein der deutschen Billardspieler organisiert – doch die Tendenz ist steigend, und auch immer mehr Leute, die sich nicht ohne Weiteres in einem Verein anmelden wollen, entdecken Billard für sich und finden großen Gefallen an diesem faszinierenden Spiel. Warum probieren Sie es nicht selbst einmal?
